Weitwinkel – Globale Sammlungsperspektiven (Tansania)

26.11.2019

„Weitwinkel – Globale Sammlungsperspektiven“ ist eine interdisziplinäre Veranstaltungsreihe, die sich in Anlehnung an aktuelle Ausstellungen, Forschungsprojekte und Kooperationen der Staatlichen Museen zu Berlin mit transkulturellen Themen und gesellschaftsrelevanten Fragestellungen beschäftigt.

Thema: Tansania – Deutschland: Geteilte Objektgeschichten? – ein Werkstattbericht
Datum: Dienstag, 26. November 2019, 18 Uhr

Was macht (postkoloniale) Provenienzforschung in sogenannten ethnologischen Sammlungen aus? Im Forschungsprojekt „Tansania/Deutschland: Geteilte Objektgeschichten?“ am Ethnologischen Museum der Staatlichen Museen zu Berlin wird u.a. dieser Fragestellung nachgegangen. Ausgangspunkt bilden ausgewählte Objekte und Objektgruppen der mehr als 10.200 Objekte umfassenden Sammlungen aus dem heute festländischen Tansania. Deren größter Teil gelangte während der gewaltförmigen deutschen kolonialen Expansion und Herrschaft in Ostafrika nach Berlin. Die Prozesse der Aneignung waren so komplex wie die koloniale Situation selbst. Im Werkstattbericht werden die im Projekt erprobten kooperativen Formate mit tansanischen Wissenschaftler*innen, Expert*innen und Künstler*innen beleuchtet, Ergebnisse der Recherchen in Form objektbiografischer Fragmente vorgestellt und sich folgender Fragen gewidmet: Wie können wir mit den kolonialen Archiven als Quellen arbeiten und diese gegen den Strich lesen? Inwiefern läuft auch eine kooperativ angedachte Provenienzforschung Gefahr, zum Teil kolonial begründete Imaginationen und Wissensordnungen zu reproduzieren – gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte über Restitution, Provenienzforschung und Kooperation mit sogenannten Herkunftsgesellschaften?

Werkstattbericht in deutscher Sprache mit Kristin Weber-Sinn (Ethnologisches Museum – Staatliche Museen zu Berlin)

Dauer: ca. 60 Minuten

Hinweis: alle Angaben ohne Gewähr für Aktualität, Korrektheit und Vollständigkeit.