Canvas Legends: Berliner Gemäldegalerie in Gigapixel-Qualität
Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Google Arts & Culture haben über 1.100 Meisterwerke der Berliner Gemäldegalerie extrem hochauflösend digitalisiert. Ein neues KI-Tool begleitet die Online-Präsentation.

Unter dem Titel Canvas Legends vertiefen die Berliner Gemäldegalerie und Google Arts & Culture ihre langjährige Partnerschaft. Auf einer neuen Themenseite sowie in der entsprechenden App steht ab sofort ein Großteil der Sammlung europäischer Malerei des 13. bis 18. Jahrhunderts zur digitalen Erkundung bereit. Im Fokus des Projekts steht die Verbindung aus hochauflösender Bildtechnik und neuen Ansätzen in der digitalen Kunstvermittlung.

Gigapixel-Auflösung macht Maltechniken sichtbar
Das technologische Herzstück der Präsentation bilden Aufnahmen, die mit der »Google Art Camera« erstellt wurden. Die über 1.100 digitalisierten Werke liegen in sogenannter Gigapixel-Qualität vor. Diese extreme Auflösung ermöglicht es, tief in die Materialität der Bilder einzutauchen: Pinselstriche, winzige Details wie Insekten in Stillleben oder die feine Haarstruktur in Porträts werden sichtbar, die dem bloßen Auge im normalen Ausstellungsbetrieb oft verborgen bleiben. Vertreten sind unter anderem Arbeiten von Dürer, Rembrandt, Caravaggio, Botticelli und Vermeer.

Neben der reinen Betrachtung eignen sich die detaillierten Aufnahmen auch als Arbeitsinstrument für die kunsthistorische Forschung, um Fragen zur Zuschreibung oder Malweise zu klären.
Kuratorisches Storytelling statt Chronologie
Inhaltlich bricht die Online-Präsentation bewusst mit der klassischen chronologischen Hängung des Museums. In über 50 digitalen Ausstellungen widmen sich Kuratoren jeweils einem einzelnen Werk. Diese Betrachtungen sind in eine thematische Struktur eingebettet, die den Zyklus des menschlichen Lebens nachzeichnet – von der Kindheit über das Erwachsenenalter bis hin zur Reflexion im Alter. Dies soll Parallelen zwischen historischen Figuren und der heutigen Lebenswelt aufzeigen.

Kunstvermittlung durch Künstliche Intelligenz
Als technologische Neuerung integrieren die Staatlichen Museen zu Berlin das KI-Feature Mice in the Museum. Das vom Pariser Google Arts & Culture Lab entwickelte Audio-Tool nutzt Googles multimodales KI-Modell Gemini. Das System analysiert die Bildinhalte sowie die Metadaten der jeweiligen Kunstwerke und generiert daraus Dialog-Skripte.
Diese Skripte werden anschließend von einem KI-Audio-Modell vertont. Die fiktiven Charaktere – die Mäuse August und Pearl – führen so in immer wieder neu generierten, humorvollen Dialogen durch die Sammlung. Der Ansatz zielt darauf ab, einen spielerischen und niederschwelligen Zugang zur Kunstgeschichte zu schaffen.
Die Themenseite »Canvas Legends« ist ab sofort kostenfrei über Google Arts & Culture abrufbar.



