Crowdfunding für Wi-La-No: Design-Label kämpft um seine Zukunft

Die Designerin Anette Pörtner ist mit ihrem Label »Wi-La-No« für farbenfrohe, ökologisch produzierte Wandkalender bekannt. Ein belastender Rechtsstreit um Plagiate sowie Umsatzeinbrüche wegen US-Zölle bedrohen nun die Existenz des Solo-Projekts. Eine Crowdfunding-Kampagne soll das Fortbestehen sichern.

Im Jahr 2011 gründete die selbstständige Designerin Anette Pörtner ihr Label Wi-La-No (Abkürzung für „Wie lange noch?“). Das Kernprodukt des Unternehmens sind farbenfrohe Wandkalender, bei deren Herstellung von Beginn an großer Wert auf Umweltfreundlichkeit gelegt wird. Der Druck erfolgt auf Recyclingpapier mit entsprechenden Farben. Im Laufe der Jahre etablierten sich die Produkte und erhielten Nominierungen für diverse Designpreise.

Vom Plagiat zur Klage

Die aktuellen Schwierigkeiten nahmen ihren Anfang, als die Designerin auf der Plattform Etsy einen US-amerikanischen Shop entdeckte, der ihre Kalenderentwürfe augenscheinlich nachahmte. Nachdem sie diesen Verstoß bei der E-Commerce-Plattform gemeldet hatte, reagierte die Gegenseite unerwartet: Pörtner erhielt eine Klage vor dem Landgericht Braunschweig.

Zwar konnte die Designerin die erste Instanz Ende Januar bereits für sich entscheiden, doch die Gegenseite legte zunächst Berufung ein. Erst kürzlich gab es eine juristische Erleichterung: Das Oberlandesgericht Braunschweig lehnte den Antrag auf eine Neuverhandlung ab. Dennoch hat der monatelange Rechtsstreit erhebliche finanzielle Spuren hinterlassen. Erschwerend kommen massive Umsatzeinbrüche durch neue US-Zölle hinzu, die das kleine Label zusätzlich belasten.

»Wie lange noch?« Kalender 2026

Startnext-Kampagne soll Produktion sichern

Um die angefallenen Anwalts- und Gerichtskosten zu decken und die Zukunft von Wi-La-No zu sichern, wurde eine Crowdfunding-Kampagne auf der Plattform Startnext ins Leben gerufen.

Das erste Etappenziel von 8.000 Euro dient der Deckung der rechtlichen Ausgaben. Sobald das Verfahren rechtlich vollständig abgeschlossen ist und feststeht, welche Kosten von der Gegenseite erstattet werden, soll dieser Betrag transparent angepasst werden.

Ein zweites Etappenziel von 12.500 Euro soll die Produktion der kommenden Kalender-Editionen für die Jahre 2027 und 2028 sicherstellen. Da der hochwertige Offset-Druck aus wirtschaftlichen Gründen eine gewisse Mindestauflage erfordert, können Interessierte die neuen Kalender über die Kampagne bereits jetzt vorbestellen.

Das Crowdfunding läuft noch bis zum 26. Juli 2026. Weitere Details zum Fall sowie die Möglichkeit zur Unterstützung finden sich auf der Projektseite bei Startnext.

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