Fachjargon schafft Sprachbarrieren

Nach den Ergebnissen einer von Canon europaweit durchgeführten Untersuchung räumen fast neun von zehn Einkäufern von Druckdienstleistungen in Europa ein, dass sie einige in der Branche geläufige Begriffe nicht zuzuordnen wissen, und vier von zehn Anwendern machen den Fachjargon für fehlerhaft ausgeführte Druckjobs verantwortlich.

Die Untersuchung ergab, dass ein großer Teil der Druckverantwortlichen die Bedeutung von »Web-to-Print« nicht genau verstand.

Torsten Faustmann, Product Manager Professional Print, Canon Deutschland, erklärt: »Das Wachstum der neuen Medienkanäle bedeutet, dass der Druckbereich zum ersten Mal in seiner Geschichte für seine Daseinsberechtigung kämpfen muss. Wenn wir schon unsere eigene Fachsprache innerhalb der Branche nicht verstehen, wie soll dies dann für unsere Kunden möglich sein? Wir als Branche müssen härter an der Vermarktung und Bewerbung unserer Dienstleistungen arbeiten. Der erste Schritt in diese Richtung besteht darin, den Käufern das, was sie bekommen, besser verständlich zu machen. Begriffe wie Prepress und Rüstzeit sind uns vielleicht geläufig, doch unser Kunde kann sich nichts unter ihnen vorstellen.«

Im Rahmen der Untersuchung wurden 2068 Geschäftsleute in ganz Europa befragt. Ergebnis: über die Hälfte der Befragten (58%) empfand die Terminologie im Druckbereich als frustrierend – in Frankreich waren es gar 68%. Hinzu kam die Tatsache, dass 60% der Befragten in Großbritannien, Finnland und Norwegen die Benutzung technischer Fachbegriffe als ärgerlich empfanden.

Wichtigste Ergebnisse laut Canon:

  • 86% der Einkäufer von Druckdienstleistungen verfügen nicht über ein umfassendes Wissen der technischen Fachsprache, die von ihrer Druckabteilung oder ihrem Lieferanten benutzt wird.
  • 43% der Einkäufer haben aufgrund von terminologischen Missverständnissen schon einmal mit nicht zufriedenstellenden Druckerzeugnissen zu tun gehabt.
  • Nur 14% der Beschäftigten verstehen die Fachsprache, die von ihrer Druckabteilung oder ihren Lieferanten benutzt wird, vollumfänglich; eine von fünf befragten Personen (20%) versteht wenig oder gar nichts.
  • Mehr als die Hälfte der Befragten (58%) empfindet den Druckjargon als entmutigend. Dies gilt insbesondere für Frankreich, wo sich 68% über die Fachsprache ärgern, während es in Großbritannien, Finnland und Norwegen 60% der Befragten sind.
  • 30% der Beschäftigten haben mindestens schon einmal einen Anruf bei einem Druckdienstleister aufgeschoben, weil sie sich über die Fachsprache ärgern – in Frankreich liegt diese Zahl bei 53%.
  • Fast eine von fünf befragten Personen (18%) verzichtet darauf, um eine Erklärung zu bitten, wenn sie einen Begriff nicht versteht; in Frankreich liegt dieser Anteil der Einkäufer sogar bei 28%.
  • Mehr als zwei Fünftel (43%) machen mangelnde Kenntnis des Fachvokabulars für nicht zufriedenstellende Druckjobs verantwortlich.
  • Die meisten Beschäftigten sind der Ansicht, dass ihre Kenntnis wichtiger Schlagwörter aus dem Druckbereich, nach denen sie gefragt wurden, „sehr ungenau“ ist – bei mindestens 60% ist dies für alle Schlagwörter der Fall.
  • Nur 15% glaubten, dass ihr Verständnis des Begriffs »Lithographie« zumindest einigermaßen korrekt wäre. In Spanien und Deutschland lag dieser Wert allerdings nur bei 4% bzw. 5%.
  • Am sichersten waren sich die Befragten beim Begriff »Finishing«, von dem 29% annahmen, seine Bedeutung ziemlich genau zu kennen. In Norwegen jedoch waren es nur 2%, und unglaubliche 84% der Befragten waren sich hinsichtlich der Bedeutung des Wortes nicht sicher.
  • Druckdienstleister schneiden hinsichtlich der Übertragung der Druck-Fachsprache in allgemeinverständliche Erklärungen relativ gut ab. Ein Drittel von ihnen (34%) erklärt nicht-verstandene Begriffe immer, und nur 10% versäumen es grundsätzlich, sie ihren Kunden zu erklären.
  • Die Mehrzahl der Einkäufer benutzt das Internet, um die Bedeutung von nicht verstandenen Begriffen nachzulesen – 14% haben dies schon mehrmals getan und 41% ein- oder zweimal.
  • Mehr als einem Drittel der Beschäftigten ist die Kommunikation mit Druckereien oder Druckabteilungen wegen der Fachsprache zumindest ein wenig unangenehm.
  • Drei von vier Befragten waren der Ansicht, dass leichter verständliche Begriffe im Druckbereich ihnen das Gefühl vermitteln würden, als Kunde mehr geschätzt zu werden.

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