»Gespiegelt« – Perspektiven zeitgenössischer Radierung
Im Museum für Druckkunst Leipzig präsentieren Studierende und Lehrende dreier deutscher Kunsthochschulen aktuelle Positionen des Tiefdrucks. Die Schau zeigt das Spektrum der zeitgenössischen Druckgrafik – von klassischen Handwerkstechniken bis zu experimentellen und digitalen Schnittstellen.

Der Tiefdruck und die Radierung blicken auf eine jahrhundertealte Tradition zurück. Wie lebendig und vielschichtig dieses immaterielle Kulturerbe in der heutigen Zeit sein kann, beleuchtet das hochschulübergreifende Ausstellungsprojekt Gespiegelt – Perspektiven zeitgenössischer Radierung. Rund 50 Positionen von Studierenden und Lehrenden der Hochschule für Bildende Künste (HBK) Braunschweig, der weißensee kunsthochschule berlin sowie der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig werden darin zusammengeführt.
Zwischen Tradition und Experiment
In den Werkstätten der beteiligten Hochschulen wird der künstlerische Nachwuchs umfassend in klassischen und experimentellen Drucktechniken ausgebildet. Die Ausstellung spiegelt diese technische und inhaltliche Vielfalt wider: Zu sehen sind daher Arbeiten, die mithilfe von Kaltnadelradierung, Strichätzung, Aquatinta oder Mezzotinto entstanden sind. Ergänzt wird dieses Repertoire durch Verfahren wie den Siebdruck auf Druckplatten, mit der Fotografie verbundene Techniken wie Photogravur sowie Ansätze, die an der Schnittstelle zur digitalen Welt operieren.

Obwohl die Ausbildung an den drei Institutionen auf ähnlichen Grundlagen basiert, zielt die Ausstellung darauf ab, feine konzeptionelle und visuelle Unterschiede herauszuarbeiten und zugleich die hochschulübergreifende Zusammenarbeit zu stärken.

Ein Kooperationsprojekt auf Tour
Initiiert wurde das Projekt von den Werkstattleitenden der drei Hochschulen – Maria Ondrej (HBK), Pedro Boese (weißensee) und Robert Schmiedel (HGB) – in Kooperation mit dem Museum für Druckkunst Leipzig. Pro Hochschule wurden acht bis zehn Studierende eingeladen, ihre Arbeiten zu präsentieren. Begleitend zur Schau erscheint ein Ausstellungskatalog.

Auftakt in Leipzig
Den Auftakt der Ausstellungsreihe bildet das Museum für Druckkunst Leipzig. Dort ist die Schau vom 20. Juni bis zum 30. August 2026 zu sehen (Eröffnung am 19. Juni um 19 Uhr). Im Anschluss wandern die Ergebnisse an weitere Standorte in Deutschland, darunter die Hochschulgalerie der HBK Braunschweig, die Galerie Alte Feuerwache in Berlin und die Städtische Galerie Wolfsburg.



