Sukoon: Multilinguale Serifenlose von Fontwerk
Die Berliner Foundry Fontwerk präsentiert mit der »Sukoon« eine neue Schriftfamilie des Designers und Künstlers Yanone. Die humanistische Serifenlose zeichnet sich durch eine besonders ruhige Formensprache und einen massiven Sprachausbau mit Fokus auf die arabische Typografie aus.

Die Entwicklung der Sukoon erstreckte sich über einen Zeitraum von zehn Jahren. Ihren konzeptionellen Ursprung fand die Schrift laut dem Gestalter Yanone in einem Zustand tiefer Entspannung und geistiger Klarheit während eines Aufenthalts in einer abgelegenen Waldhütte. Dieser Moment der Stille prägt nicht nur die Formensprache, sondern auch den Namen der Familie: »Sukoon« bedeutet in Sprachen wie Arabisch, Persisch, Türkisch und Urdu so viel wie Stille, Klarheit oder innerer Frieden. Im Arabischen bezeichnet das gleichnamige diakritische Zeichen zudem eine bewusste Pause im Redefluss.

Formen für hohe Leserlichkeit
Typografisch lässt sich die Sukoon als dynamische beziehungsweise humanistische Serifenlose einordnen. Offene, voneinander unterscheidbare Buchstabenformen – wie etwa das doppelstöckige »g« – und eine leicht nach links geneigte Achse in den Rundungen sollen für ein hohes Maß an Leserlichkeit sorgen.

Gleichzeitig bricht die Schrift bewusst mit einigen Standards ihres Genres: Buchstaben wie M, g, y und j heben sich gestalterisch ab. Eine leicht tiefhängende Taille und das spezifische Verhältnis von großen Oberlängen zu kleinen Unterlängen tragen zur klaren und ausgewogenen Gesamtwirkung des Schriftbildes bei.
Umfangreicher Sprachausbau und arabische Kalligrafie
Ein zentrales Merkmal der Sukoon ist die Unterstützung von über 400 Sprachen aus dem lateinischen, griechischen, kyrillischen und arabischen Raum.
Besonderes Augenmerk lag bei der Entwicklung auf dem arabischen Zeichensatz. Es ist bereits die dritte arabische Schrift des Gestalters. Die Gestaltung orientiert sich eng an den klassischen Naskh-Proportionen und setzt diese mit hoher kalligrafischer Treue um – sichtbar beispielsweise an der elegant gelösten Strichführung beim untenliegenden »Meem«.

Zudem bietet die Sukoon für den arabischen Raum einen ungewöhnlich großen Strichstärkenumfang, der von »Thin« bis »ExtraBlack« reicht. Verschiedene OpenType-Features wie beispielsweise typografische Schwünge (Swashes), kurvige Kashida-Verbindungen und einzeln zuschaltbare Ligaturen der traditionellen Naskh-Kalligrafie erweitern den gestalterischen Spielraum zusätzlich.
Die Sukoon ist ab sofort über die Fontwerk-Website erhältlich. Dort finden sich auch detaillierte Schriftmuster und weitere technische Erläuterungen zur Integration der arabischen Features.



