Alles bald KI?
Der Verlag Hermann Schmidt veröffentlicht eine Bestandsaufnahme zum Thema Künstliche Intelligenz. Der Band bündelt Positionen aus Forschung, Medien und der Kreativbranche und hinterfragt die weitreichenden Folgen generativer KI-Systeme für Gesellschaft und Urheberrecht.

ChatGPT, Midjourney und andere generative KI-Systeme verändern die Arbeits- und Medienlandschaft in hohem Tempo. Während einige die neuen Werkzeuge als Innovationssprung und Effizienzgewinn immer noch feiern, rückt die Publikation »Alles bald KI?« die eher kritischen Aspekte dieser Entwicklung in den Fokus. Herausgegeben von Nina George und Petra Gehring, unter Mitarbeit von Jörn Laakmann und Viet Anh Nguyen Duc, dokumentiert das Buch die Diskurse und Ergebnisse einer Fachtagung zum Thema.
Die inhaltliche Grundlage des Buches bildet die im Jahr 2025 entstandene Darmstädter Deklaration, die einen verantwortungsvollen Umgang mit KI in der Wissensarbeit und Literatur fordert. Das Buch erweitert dieses Fundament um neun weitere Kapitel, in denen Experten aus Philosophie, Jura, IT, Theologie und der Buchbranche zu Wort kommen.

Ein zentraler Kritikpunkt, der im Buch diskutiert wird, ist die Trainingsgrundlage der großen Sprach- und Bildmodelle. Die automatisierte Reproduktion von Inhalten wirft die Frage auf, ob dieser Vorgang noch als Innovation oder bereits als massenhafter Diebstahl an geistigem Eigentum (Intellectual Property) zu werten ist. Darüber hinaus widmet sich der Band den gesellschaftlichen Veränderungen, die durch eine maschinell produzierte Kulturlandschaft und entleerte Kommunikation (»Automatensprache« und »Automatenbilder«) entstehen. Das Spektrum der Themen reicht von Datenpolitik über Lizenzmodelle bis hin zu Ethikfragen.

Um die Unmittelbarkeit der zugrundeliegenden Konferenz zu bewahren, wurden die mündlichen Beiträge für das Buch transkribiert und behutsam in eine lesbare Form gebracht. Dadurch behält der Text den lebendigen und teils kontroversen Charakter einer Debatte, in der Expertenstimmen, Moderationen und Anmerkungen zusammenfließen.
Gestalterisch fällt der Band durch eine konsequente Farbgebung und offene Bindung auf. Das Design stammt von Eva Unterhaslberger. Der Innenteil (380 Seiten) wurde durchgehend zweifarbig in den Sonderfarben Neongrün und Kobaltblau gedruckt. Für den Einband kam das intensiv durchgefärbte Feinstpapier »Gmund Action Nuclear Acid« zum Einsatz. Die achtseitige Klappenbroschur ist mit einem offenen Rücken sowie einer Kombination aus Folien- und Hochprägung ausgestattet.
Erschienen ist »Alles bald KI?« im Verlag Hermann Schmidt. Das Buch im Format 15,7 x 19 cm ist für 29,80 Euro im Buchhandel erhältlich.








