Street Art International: Globale Werkschau der Urban Art

Graffiti und Muralismus haben längst den Status reiner Untergrundkultur verlassen und prägen das visuelle Gedächtnis moderner Metropolen. Das neu erschienene Buch »Street Art International« aus der Midas Collection unternimmt den Versuch einer globalen Bestandsaufnahme. Auf 320 Seiten versammelt Autor Diego López 86 Positionen der Urban Art und zeigt, wie diverse Stile den öffentlichen Raum von New York bis Tokio transformieren.

Street Art International Buchcover

Die Straße dient als größte Leinwand der Welt. Was 1968 in Philadelphia mit Pionieren wie Cornbread begann und in den 1970ern die New Yorker U-Bahn-Schächte eroberte, hat sich zu einer weltweit anerkannten Kunstform entwickelt. Das Buch »Street Art International« dokumentiert diese Evolution nicht nur visuell, sondern ordnet sie auch historisch ein.

Neben der reinen Werkschau bietet der Band Hintergrundtexte zur Entstehung der Bewegung. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf der Entwicklung vom klassischen Graffiti hin zur Post-Graffiti-Ära und dem heutigen Muralismus, bei dem oft riesige Fassaden legal und im Auftrag gestaltet werden.

Blick ins Buch Street Art International

Von der Skizze zum Monumentalwerk

Die Auswahl der im Buch vorgestellten 86 Künstlerinnen und Künstler aus 27 Ländern erfolgte laut Klappentext aufgrund ihres unverwechselbaren Stils und innovativen Charakters. Die Struktur des Buches gliedert sich geografisch in die Kapitel Amerika (Nord und Süd), Asien & Ozeanien sowie Europa.

Dabei reicht das Spektrum von politisch motivierten Stencils bis hin zu hyperrealistischen Porträts und abstrakten Farbkompositionen. Zu den im Buch vertretenen Größen gehören unter anderem:

  • Eduardo Kobra (Brasilien), bekannt für seine kaleidoskopischen Porträts.
  • Fintan Magee (Australien) mit seinen sozialkritischen, oft melancholischen Mural-Arbeiten.
  • Nychos (Österreich), der durch seine anatomischen Sektionen von Tieren und Popkultur-Figuren auffällt.
  • C215 (Frankreich), ein Meister der feingliedrigen Schablonenkunst.
  • PichiAvo (Spanien), die klassische antike Skulpturen mit Graffiti-Ästhetik verschmelzen.
Weitere Detail-Einblick ins Buch Street Art International

Mehr als nur bunte Wände

Ein inhaltliches Highlight des Bandes ist das Interview mit Darryl »Cornbread« McCray. Er gilt als der erste moderne Graffiti-Künstler überhaupt und bietet im Buch einen historischen Rückblick auf die Ursprünge der Bewegung. Ergänzend wird die Rolle der Fotojournalistin Martha Cooper beleuchtet, deren Dokumentationen in den 1970er und 1980er Jahren maßgeblich dazu beitrugen, die vergängliche Kunstform für die Nachwelt zu konservieren.

Diego López, der Autor des Bandes und Absolvent der Universität Valencia im Fach Dokumentation, nähert sich dem Thema mit dem Blick eines Archivars, der die Straße als Freilichtmuseum begreift. Die Publikation aus dem Midas-Verlag verdeutlicht, wie Street Art die Monotonie des städtischen Betons durchbricht und die Wahrnehmung urbaner Architektur verändert.

»Street Art International« dient als visuelles Nachschlagewerk für Grafikdesigner, Illustratoren und Kunstinteressierte, die Inspiration abseits klassischer Galerien suchen. Es zeigt die Bandbreite technischer Fertigkeiten – von der Sprühdose bis zum Pinsel – und dokumentiert den aktuellen Status Quo einer Kunstform, die sich permanent neu erfindet.

Preis:
EUR 39,00
Ausführung:
Hardcover, 320 Seiten
Verlag:
Midas
ISBN:
9783038763222

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