Schwarz anlegen im Druck und im Web

Ob als feine Typografie auf Papier oder als flächiger Hintergrund im Dark Mode: Schwarz erfüllt im Design ganz unterschiedliche Aufgaben. Die passende Farbanlage hängt dabei vom Ausgabemedium, vom Druckverfahren und vom gewünschten Kontrast ab. Ein Überblick über reines Schwarz, Tiefschwarz und dunkle Oberflächen im Webdesign.

Schwarz richtig anlegen in Print und Web

Schwarz sorgt in der visuellen Kommunikation für Kontrast, Lesbarkeit und räumliche Tiefe. Technisch entsteht es auf einem Monitor jedoch unter anderen Bedingungen als auf Papier: Displays erzeugen Farben durch Licht, während Druckfarben einen Teil des einfallenden Lichts absorbieren und den Rest reflektieren.

Ein scheinbar eindeutiger Schwarzwert kann deshalb je nach Medium, Material und Produktionsverfahren sehr unterschiedlich wirken. Im Printdesign kommt es vor allem auf die Zahl der beteiligten Druckfarben und den zulässigen Gesamtfarbauftrag an. Bei digitalen Benutzeroberflächen stehen hingegen häufig Kontrast, Hierarchie und Lesbarkeit im Vordergrund.

Print: Reines Schwarz und Tiefschwarz

Im Vierfarbdruck muss zwischen feinen schwarzen Elementen und größeren dunklen Flächen unterschieden werden. Für beide Anwendungen gelten unterschiedliche Anforderungen.

Reines Schwarz für Typografie und feine Linien

Kleine schwarze Schrift, feine Linien und filigrane Elemente werden im CMYK-Druck üblicherweise ausschließlich im Schwarzkanal angelegt:

C: 0 | M: 0 | Y: 0 | K: 100

Besteht kleiner Text aus mehreren Druckfarben, können schon geringe Passerdifferenzen zu sichtbaren farbigen Konturen führen. Einfarbig aufgebautes Schwarz ist in solchen Fällen robuster und sorgt in der Regel für ein saubereres Druckbild.

Reines Schwarz Schwarzer Text wird häufig überdruckend ausgegeben. Der darunterliegende Hintergrund wird dann nicht ausgespart, sodass bei kleinen Passerdifferenzen keine hellen Zwischenräume entstehen. In Adobe InDesign überdruckt das standardmäßig vorhandene Farbfeld [Schwarz] bei einer Tönung von 100 Prozent in der Regel automatisch. Voraussetzung ist, dass die entsprechende Voreinstellung nicht deaktiviert wurde.

Die Überdruckeneinstellungen sollten dennoch mithilfe der Überdruckenvorschau oder in der Ausgabevorschau von Acrobat kontrolliert werden. Bei großen Schriften oder schwarzen Flächen kann Überdrucken dazu führen, dass darunterliegende Farben durchscheinen und das Schwarz ungleichmäßig wirkt.

Tiefschwarz für größere Flächen

Eine größere Fläche aus ausschließlich 100 Prozent Schwarz kann im Offsetdruck – abhängig von Papier, Druckverfahren und Farbprofil – weniger satt erscheinen als ein aus mehreren Prozessfarben aufgebautes Schwarz. Für dunkle Hintergründe und große Gestaltungselemente wird deshalb häufig ein sogenanntes „Tiefschwarz“ verwendet.

Dabei wird der hundertprozentige Schwarzanteil durch Anteile von Cyan, Magenta und Gelb ergänzt. Je nach Zusammensetzung kann das Ergebnis ggf. neutral, kühl oder warm wirken. Eine verbindliche Standardmischung gibt es allerdings nicht: Die geeigneten Werte hängen vom Papier, vom Druckverfahren, vom verwendeten ICC-Profil und von den Vorgaben der Druckerei ab.

Gängige Empfehlungen von Druckdienstleistern

Tiefschwarz Empfehlungen

Dass es nicht die eine optimale Mischung für Tiefschwarz gibt, zeigen die unterschiedlichen Empfehlungen etablierter Druckdienstleister. Die Angaben beziehen sich auf größere schwarze Flächen und sind nicht für kleine Schrift oder feine Linien gedacht:

DruckdienstleisterVarianteCMYK-WertGesamtfarbauftrag
ONLINEPRINTERSAllgemeine EmpfehlungC: 40 · M: 20 · Y: 20 · K: 100180 %
ONLINEPRINTERSKaltes TiefschwarzC: 30 · M: 0 · Y: 0 · K: 100130 %
ONLINEPRINTERSWarmes TiefschwarzC: 0 · M: 50 · Y: 20 · K: 100170 %
FLYERALARMSattes, neutrales SchwarzC: 60 · M: 40 · Y: 20 · K: 100220 %
SAFERPRINTRelativ neutrales TiefschwarzC: 40 · M: 30 · Y: 30 · K: 100200 %
SAFERPRINTKaltes TiefschwarzC: 80 · M: 0 · Y: 0 · K: 100180 %
SAFERPRINTWarmes TiefschwarzC: 0 · M: 60 · Y: 30 · K: 100190 %

Die Empfehlungen unterscheiden sich deutlich. Während ONLINEPRINTERS für ein allgemeines Tiefschwarz einen Gesamtfarbauftrag von 180 Prozent nennt, empfiehlt FLYERALARM für ein sattes, neutrales Schwarz eine Mischung mit insgesamt 220 Prozent. SAFERPRINT setzt bei seiner neutralen Variante hingegen auf 200 Prozent.

Auch bei warmem und kaltem Tiefschwarz fallen die Werte unterschiedlich aus. Mehr Cyan verschiebt die Wirkung womöglich in eine kühlere Richtung. Höhere Magenta- und Gelbanteile können ein wärmeres Schwarz erzeugen. Wie ausgeprägt diese Farbtendenz tatsächlich erscheint, hängt jedoch von den Druckfarben, der Papierfarbe, der Oberflächenbeschaffenheit und den Lichtverhältnissen ab.

Die Werte sind deshalb als Beispiele aus unterschiedlichen Produktionsumgebungen und nicht als universelle Standards zu verstehen. Wenn eine Druckerei eigene Werte für Tiefschwarz vorgibt, sollten diese Vorrang haben. Sie sind in der Regel auf die dort eingesetzten Maschinen, Farben und Bedruckstoffe abgestimmt.

Auf saugfähigem Naturpapier kann dieselbe Mischung zudem anders wirken als auf gestrichenem Bilderdruckpapier. Auch Digitaldrucksysteme können vorgegebene CMYK-Werte anders wiedergeben als der standardisierte Offsetdruck. Bei farbkritischen Produktionen empfiehlt sich daher ein geeigneter Proof oder ein Andruck auf dem vorgesehenen Material.

Für kleine Schrift, Barcodes, QR-Codes und feine Linien ist Tiefschwarz weniger geeignet. Da es aus mehreren Druckfarben aufgebaut wird, reagiert es empfindlicher auf Passerdifferenzen als ein einfarbiges Schwarz.

Gesamtfarbauftrag beachten

Die Summe aller vier CMYK-Kanäle ergibt den Gesamtfarbauftrag. Ein Schwarz aus jeweils 100 Prozent Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz hätte einen Gesamtfarbauftrag von 400 Prozent. Dieser Wert ist für übliche Druckbedingungen jedoch deutlich zu hoch.

Ein überhöhter Farbauftrag kann unter anderem zu verlängerten Trocknungszeiten, zum Ablegen der Farbe auf dem nächsten Druckbogen, zu Detailverlusten in dunklen Bildbereichen und zu Problemen bei der Weiterverarbeitung führen.

Der zulässige Höchstwert hängt vom Ausgabeprofil und von den Produktionsbedingungen ab:

  • PSO Coated v3 (FOGRA51): maximal 300 Prozent
  • ISO Coated v2 (ECI): maximal 330 Prozent
  • ISO Coated v2 300 % (ECI): maximal 300 Prozent
  • PSO Uncoated v3 (FOGRA52): maximal 300 Prozent

Das aktuelle Profil PSO Coated v3 für gestrichene Papiere basiert auf FOGRA51 und ist auf einen Gesamtfarbauftrag von 300 Prozent begrenzt. ISO Coated v2 und ISO Coated v2 300 % basieren dagegen auf der älteren Druckbedingung FOGRA39. Die ECI führt diese Profile in ihrem Archiv, da sie nach wie vor für bestimmte Produktionsabläufe benötigt werden.

Der im Profil festgelegte Maximalwert ist nicht automatisch eine Empfehlung für jede schwarze Fläche. Druckereien können abhängig von Papier, Maschine, Produktionsgeschwindigkeit und Weiterverarbeitung niedrigere Grenzwerte vorgeben.

ONLINEPRINTERS nennt zum Beispiel für offenporige Offsetpapiere und gestrichene Bilderdruckpapiere einen Richtwert von maximal etwa 300 Prozent. In einzelnen Fällen seien bei gestrichenen Papieren nach Rücksprache mit der Druckerei bis zu 330 Prozent möglich. Für besonders kurzfristig produzierte Druckaufträge wird aufgrund der verkürzten Trocknungszeit ein geringerer Farbauftrag von maximal 260 Prozent empfohlen.

Tiefschwarz auf Papier
Foto von Kurt z auf Unsplash

Tiefschwarz auf ungestrichenem Papier

Offenporige und stark saugende Papiere stellen besondere Anforderungen an schwarze Flächen. Ein nur aus dem Schwarzkanal aufgebautes Schwarz kann auf solchen Materialien schneller flach oder gräulich wirken als auf gestrichenem Bilderdruckpapier.

Gleichzeitig lässt sich der Farbauftrag nicht beliebig erhöhen. Ein zu hoher Wert kann die Trocknung verzögern und zu Problemen bei der Weiterverarbeitung führen. Wie viel Farbe das Papier verträgt, hängt von seiner Oberfläche, dem Druckverfahren und der Produktionsgeschwindigkeit ab.

Die Mischung für Tiefschwarz sollte daher immer auf das konkrete Material abgestimmt werden. Alternativ kann für besonders intensive schwarze Flächen ein schwarz durchgefärbtes Papier eingesetzt und beispielsweise mit Folienprägung, Lack oder einer geeigneten Sonderfarbe kombiniert werden.

Weiße Schrift auf schwarzem Grund

Weiße Schrift auf schwarzem Grund wird im gewöhnlichen Vierfarbdruck nicht mit weißer Farbe gedruckt, sondern aus der schwarzen Fläche ausgespart. Bei einem mehrfarbig aufgebauten Schwarz können geringe Passerdifferenzen deshalb farbige Konturen an den Buchstaben erzeugen. Besonders kritisch können kleine Schriftgrößen, feine Serifen und ungestrichene Papiere sein.

In der Druckvorstufe lassen sich die Aussparungen in den CMY-Auszügen bei Bedarf geringfügig vergrößern, während die weiße Schrift im Schwarzkanal ihre vorgesehene Größe behält. Dieses Unterfüllen beziehungsweise Trapping sollte in der Regel durch den PDF-Workflow der Druckerei erfolgen und nicht ohne Abstimmung manuell angelegt werden.

Schrift auf Schwarz

Soll weiße Schrift auf schwarzes oder farbiges Papier gedruckt werden, ist eine deckende weiße Druckfarbe erforderlich. Dafür kommen abhängig vom Produkt beispielsweise Siebdruck, UV-Druck, Digitaldruck mit Weißtoner oder Weißtinte sowie bestimmte Sonderdruckverfahren infrage. Im konventionellen Vierfarb-Offsetdruck gehört Weiß nicht zu den standardmäßig verfügbaren Prozessfarben.

Schwarzaufbau in Bildern

Bei Schwarzweißbildern entscheidet die Farbseparation wesentlich über die Stabilität und Neutralität des Druckergebnisses. Eine gewöhnliche Umwandlung von RGB nach CMYK kann graue Bildbereiche zu großen Teilen aus Cyan, Magenta und Gelb aufbauen. Bereits geringe Schwankungen einer dieser Druckfarben können dann einen sichtbaren Farb- oder Graustich verursachen.

Schwarzaufbau in Bildern
Foto von amirali mirhashemian auf Unsplash

Eine stärkere Unbuntseparation beziehungsweise GCR-Separation (Gray Component Replacement) ersetzt gemeinsame Anteile von Cyan, Magenta und Gelb durch Schwarz. Dadurch steigt der Anteil des Schwarzkanals, während weniger Buntfarbe benötigt wird. Das Druckergebnis kann über verschiedene Druckbögen und die gesamte Auflage hinweg neutraler und stabiler ausfallen.

Die geeignete Separation hängt von der Druckbedingung, dem gewünschten Erscheinungsbild und dem verwendeten Papier ab. Sie sollte daher über ein passendes ICC-Profil oder durch die Druckvorstufe erfolgen. Ein manuell angelegtes Tiefschwarz für Vektorflächen und eine profilbasierte Farbseparation von Bildern sind zwei unterschiedliche Arbeitsschritte.

Sonderfall Passermarkenfarbe

Nicht mit Tiefschwarz verwechselt werden darf die Passermarkenfarbe, die in Layoutprogrammen häufig als [Passermarken] oder Registration Black bezeichnet wird. Sie wird auf allen vorhandenen Druckplatten ausgegeben und erreicht im Vierfarbdruck daher folgende Werte:

C: 100 | M: 100 | Y: 100 | K: 100

Der Gesamtfarbauftrag beträgt damit 400 Prozent. Diese Farbe ist ausschließlich für Passer- und Kontrollmarken vorgesehen. Für Texte, Flächen oder andere Gestaltungselemente sollte sie auf keinen Fall verwendet werden.

Sonderfarben als Alternative

Schwarz Sonderfarbe
Foto von Kelly Sikkema auf Unsplash

Eine Alternative zum mehrfarbig aufgebauten CMYK-Schwarz kann eine schwarze Sonderfarbe sein, beispielsweise ein passender Schwarzton aus dem Pantone oder HKS-System. Sie wird als eigene Druckfarbe angelegt und benötigt im Offsetdruck ein zusätzliches Farbwerk beziehungsweise eine zusätzliche Druckplatte, sofern sie nicht anstelle einer Prozessfarbe eingesetzt wird.

Eine Sonderfarbe kann ein besonders gleichmäßiges oder gezielt eingefärbtes Schwarz ermöglichen. Sie verursacht jedoch in der Regel zusätzliche Produktionskosten und muss mit der Druckerei abgestimmt werden.

Web und UI: Reines Schwarz oder Off-Black?

Im Webdesign entspricht reines Schwarz dem Wert:

HEX: #000000 | RGB: 0, 0, 0

Dieser Farbwert ist technisch nicht problematisch und muss auch aus Gründen der Barrierefreiheit nicht grundsätzlich vermieden werden. Zusammen mit reinem Weiß erzeugt er das maximal mögliche Kontrastverhältnis von 21:1. Das übertrifft die Mindestanforderungen der Web Content Accessibility Guidelines deutlich.

Diese setzt für normalen Text in der Regel ein Kontrastverhältnis von mindestens 4,5:1 und für große Schrift mindestens 3:1 voraus. Einen maximal zulässigen Kontrast definiert sie nicht. Ein hoher Kontrast kann insbesondere für Menschen mit eingeschränktem Sehvermögen wichtig sein.

Ob die Kombination aus reinem Schwarz und reinem Weiß angenehm wirkt, hängt dennoch von mehreren Faktoren ab. Dazu zählen Displayhelligkeit, Umgebungslicht, Schriftart, Schriftstärke, Zeilenlänge und persönliche Wahrnehmung. Gerade bei großen dunklen Oberflächen greifen viele Designsysteme deshalb auf leicht aufgehellte oder getönte Schwarztöne zurück.

Abgeschwächtes Schwarz als Gestaltungsmittel

„Off-Black“ bezeichnet sehr dunkle Grau- oder Farbtöne, die sehr nahe an Schwarz liegen, aber nicht dem RGB-Wert 0, 0, 0 entsprechen. Solche Farbtöne können in Dark Modes eine weichere Grundfläche erzeugen und die Abstufung verschiedener Ebenen erleichtern.

Schwarz auf Websites

Beispiele für dunkle Oberflächenfarben:

  • #121212: empfohlene Grundfarbe des Dark Themes in Material Design
  • #1A1A1A: neutrales, leicht aufgehelltes Schwarz
  • #222222: etwas helleres Dunkelgrau
  • #0D1117: kühles, leicht bläulich wirkendes Dunkelgrau

Diese Werte sind keine verbindlichen Standards. Entscheidend ist, dass Text, Bedienelemente und unterschiedliche Zustände ausreichende Kontraste aufweisen und innerhalb des Farbsystems voneinander unterscheidbar bleiben.

Ein Hintergrund oberhalb von #000000 bietet außerdem gestalterischen Spielraum für weitere dunkle Abstufungen. Material Design nutzt auf dunklen Oberflächen zum Beispiel vor allem aufgehellte Ebenen beziehungsweise helle Overlays, weil klassische dunkle Schlagschatten auf nahezu schwarzen Flächen nur eingeschränkt sichtbar sind.

Auf OLED-Displays kann reines Schwarz zudem einen technischen Vorteil haben: Schwarze Pixel können je nach Display und Gerät vollständig abgeschaltet werden. Das kann den Energieverbrauch reduzieren und erzeugt einen besonders tiefen Schwarzeindruck. Auch deshalb lässt sich ein „Off-Black“ nicht pauschal als die automatisch bessere Lösung bezeichnen.

Schwarz immer im jeweiligen Kontext beurteilen

Für Print und Web gibt es nicht den einen idealen Schwarzwert. Im Druck bestimmen Elementgröße, Papier, Druckverfahren, ICC-Profil und Gesamtfarbauftrag die geeignete Farbanlage. Im Interface-Design sind dagegen Kontrast, visuelle Hierarchie, Displaytechnik und Barrierefreiheit mit ausschlaggebend.

Als Grundregel gilt: Kleine schwarze Typografie im CMYK-Druck wird einfarbig mit 100 Prozent Schwarz angelegt. Größere Flächen können ein auf die Produktionsbedingungen abgestimmtes Tiefschwarz erhalten. Im Web sind sowohl #000000 als auch ein abgeschwächtes Schwarz technisch zulässig – entscheidend ist ein konsistentes und ausreichend kontrastreiches Farbsystem.

Fachliche Quellen und Richtlinien