Figma-Report: State of the Designer 2026
Die Designplattform Figma hat ihren aktuellen Jahresbericht veröffentlicht. Die globale Umfrage unter mehr als 900 Kreativen beleuchtet, wie künstliche Intelligenz die Arbeitsweise, den handwerklichen Anspruch und die Arbeitszufriedenheit im Design beeinflusst.

Wie verändert der technologische Wandel den Arbeitsalltag in der Designbranche? Für den »State of the Designer 2026«-Report befragte Figma weltweit über 900 Designerinnen und Designer. Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild, bei dem trotz anfänglicher Unsicherheiten gegenüber neuen Technologien eine pragmatische und optimistische Haltung überwiegt.
KI steigert Effizienz und Qualität
Die Nutzung generativer KI-Tools ist offensichtlich im Arbeitsalltag vieler Kreativer angekommen. 72 Prozent der Befragten binden diese in ihre Workflows ein. Die Auswirkungen werden dabei mehrheitlich positiv bewertet. Von den KI-nutzenden Personen geben 89 Prozent an, dadurch schneller zu arbeiten. 91 Prozent berichten zudem von einer verbesserten Designqualität.
Die Daten deuten auch auf einen Zusammenhang mit der Arbeitszufriedenheit hin: Designer, die künstliche Intelligenz aktiv in ihre Prozesse integrieren, sind laut Report um 25 Prozent häufiger mit ihrer Arbeit zufrieden als jene, die den Werkzeugen skeptisch gegenüberstehen.
Sinkende Zufriedenheit in Europa
Trotz des weltweiten Optimismus in Bezug auf neue Technologien zeigt sich speziell in Europa eine gedämpfte Stimmung. Dem Report zufolge glauben 59 Prozent der europäischen Designerinnen und Designer, dass sich der Arbeitsmarkt verschlechtert hat – ein Umstand, der in der Studie auf anhaltende Entlassungen in der Tech-Branche zurückgeführt wird.
Die allgemeine Arbeitszufriedenheit liegt in Europa (ebenso wie in Nordamerika) bei lediglich 38 Prozent und damit weit hinter Regionen wie dem Nahen Osten oder Lateinamerika. Zudem verzeichnet Europa im regionalen Vergleich mit 26 Prozent den deutlichsten Rückgang der Zufriedenheit gegenüber dem Vorjahr.
Der Wert des Handwerks
Da KI zunehmend standardisierte und oberflächliche Designaufgaben automatisiert, rückt das handwerkliche Können wieder stärker in den Fokus. Gefragt nach der Definition von »Handwerk«, nannten 58 Prozent der Befragten die visuelle Veredelung und Liebe zum Detail, gefolgt von durchdachter Problemlösung (47 Prozent).
Der Report unterstreicht, dass die Wertschätzung dieses Handwerks durch die Führungsebene ein zentraler Faktor für die Mitarbeitermotivation ist. Unternehmen, die Design-Exzellenz priorisieren, verzeichnen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für zufriedene Design-Teams.
Kreative Freiheit und klare Strukturen
Als wichtigster Faktor für die allgemeine berufliche Zufriedenheit wird die kreative Freiheit genannt (für 48 Prozent unter den Top-Drei-Faktoren). Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass Autonomie allein nicht ausreicht: 91 Prozent der Befragten geben an, dass klare Ziele, Strukturen und Erwartungen notwendig sind, um die beste Arbeit leisten zu können. Gerade in einem KI-geprägten Umfeld, in dem sich klassische Rollengrenzen in der Produktentwicklung aufweichen, suchen Kreative (laut Informationen aus dem Report) nach Orientierung durch gemeinsame Visionen.

Verfügbarkeit
Der vollständige, 27-seitige Bericht enthält weitere regionale Aufschlüsselungen und Details zu den gefragtesten Fähigkeiten im aktuellen Arbeitsmarkt. Er steht auf der Figma-Website zur Verfügung.



