Font-Manager: Schriftarten verwalten mit Mac und Windows

Mit einem Font-Manager lassen sich Schriftarten einfach verwalten. Welche Tools es aktuell für Mac und Windows gibt, zeigt diese Übersicht. Mit kostenlosen und kostenpflichtigen Font-Managern für Kreative.

Font-Manager

Was ist ein Font-Manager?

Schriftarten verwaltenJeder Designer, Grafiker, Webentwickler, Illustrator oder Kreative kennt sicherlich das Problem: Mit neuen Projekten kommen auch neue Schriftarten auf den eigenen Rechner. Im Laufe der Zeit häufigen sich die Fonts, so dass man schon mal den Überblick verlieren kann.

Erschwerend kommt außerdem hinzu, dass mit jeder installierten Schriftart der Computer langsamer werden kann. Das macht sich vor allem bei Tausenden von Fonts deutlich bemerkbar. Ein echtes Dilemma, denn eigentlich benötigt man doch alle diese Schriften und kann sich von keinem einzigen der Fonts wirklich trennen.

Abhilfe schafft allerdings ein sogenannter Font-Manager. Mit diesem praktischen Tool lassen sich Schriftarten verwalten und zudem bei Bedarf aktivieren oder deaktivieren.

Wann eine Schriftenverwaltung erforderlich wird

Aktivierte FontsVor allem, wenn die Übersicht über die Schriftarten verloren geht, ist ein Font-Manager eine echte Hilfe. Je nach verwendetem Tool lassen sich die Schriftarten zu Gruppen zusammenfügen und somit gezielt ein- und ausschalten. Das schafft Ordnung in Sachen Fonts.

Programme wie Photoshop, InDesign oder Illustrator bieten zudem in ihren Werkzeugfenstern detaillierte Möglichkeiten, mit Schriften zu verfahren. Ist die Liste der Fonts sehr lang, erschwert das auch die Arbeit mit der Software und es kann zu längeren Wartezeiten oder Abstürzen kommen. Auch beispielsweise durch das Ausprobieren und Installieren von neuen Free Fonts wächst die Liste der installierten Schriften.

Font-Management am MacFür Anwender aus dem kreativen Bereich sind daher unter anderem folgende Aspekte von Interesse:

  • Bessere Performance durch weniger gleichzeitig aktive Fonts
  • Optische Vorschau der Schriftarten
  • Organisation der Schriftarten in Gruppen bzw. Bibliotheken
  • Einfache Installation und Deinstallation von Fonts
  • Export- und Import-Möglichkeiten
  • Texte für Pangramme frei definierbar
  • Sortierfunktionen und weitere Vorschau-Features

Font-Manager: Tools in der Übersicht

Neben kostenlosen Font-Managern gibt es auch eine Reihe von kostenpflichtigen Tools, die mal mehr und weniger mit Komfortfunktionen oder nützlichen Features aufwarten. Hier kommt jedenfalls eine Übersicht mit aktuellen Font Management Tools:

FontBase – Kostenloser Font-Manager

FontBase - Kostenloser Font-Manager
Der Font-Manager FontBase ist für Mac, Windows und Linux erhältlich und zudem kostenlos.

FontBase ist ein kostenloser und beliebter Font-Manager für Windows, Macintosh und Linux. Er bietet die Möglichkeit, Schriften komfortabel in Gruppen zu sortieren. Fonts können einfach per Drag-and-Drop hinzugefügt werden. Außerdem lassen sich „Google Fonts“ direkt über das Tool anwählen. Jeder Schnitt kann von Hand aktiviert oder deaktiviert werden, indem man auf das jeweilige Symbol neben dem Namen klickt. Mit einem Klick können zukünftige Update automatisch bezogen werden.

Die kostenlose Version des Font-Managers zeigt bei jedem Start ein Fenster mit einem Hinweis auf die kostenpflichtigen Varianten. Ansonsten ist der Funktionsumfang (bis auf zusätzliche Plug-Ins für Photoshop und Co.) jedoch identisch.

FontBase

Extensis Suitcase Fusion

Suitcase Fusion Font Manager
Screenshot von Suitcase Fusion (© Abb.: Extensis, aus dem Video Suitcase Fusion Application Sets)

Der Font-Manager Suitcase Fusion von Extensis bietet neben komfortablen Funktionen auch zusätzliche Plug-Ins. Diese klinken sich in Programme der Creative Cloud ein und sorgen beispielsweise für eine automatische Aktivierung von Fonts „on demand“, sobald fehlende Schriften entdeckt wurden.

Schriftarten lassen sich zudem über die Cloud speichern und somit auf unterschiedlichen Geräten zugänglich machen. Auch eine Kollektion mit „Google Fonts“ ist innerhalb des Font-Managers verfügbar und steht zur Aktivierung bereit.

Zum Ausprobieren steht Testversion bereit, die sich 15 Tage lang ohne Einschränkungen verwenden lässt. Danach wird ein Abo in Höhe von 84 US-Dollar pro Jahr fällig, das jährlich in Rechnung gestellt wird.

Extensis Suitcase Fusion

FontExplorer X Pro

FontExplorer
Die Benutzeroberfläche des Font-Managers FontExplorer X Pro.

Beim FontExplorer X Pro handelt es sich um einen kostenpflichtigen Font-Manager. Geboten werden Komfortfunktionen wie Font-Ordner, Vorschauansichten, Tags, Suchfunktionen sowie eine automatische Aktivierung von Fonts. Die komplette Schriften-Bibliothek lässt sich zudem klassifizieren, ähnliche Schriften ausfindig machen, Kombinierungsvorschläge einsehen und vieles mehr. Die Liste der Features ist umfangreich.

Obwohl FontExplorer X auch für Windows verfügbar ist (Version 3.6.0), richtet sich das Tool zur Schriftverwaltung eher an Kreative, die einen Mac bevorzugen. Dort ist man mittlerweile bei Version 7 angelangt. Ohne Lizenz läuft die Software bis zu 90 Tage im eingeschränkten Demo-Modus. Die vollständige Version des Schriftverwalters ist für 109 US-Dollar zu beziehen.

FontExplorer X Pro

RightFont

RightFont für Mac
Der Screenshot zeigt den Font-Manager RightFont für Mac.

Ebenfalls an Mac-Anwender richtet sich der Font-Manager RightFont. Das als „Font Manager for Future“ betitelte Tool bietet die Möglichkeit, mit einem Klick Fonts von beliebiger Stelle des Rechners aus zu verwalten. Schriften lassen sich zudem in Programmen wie Photoshop, Illustrator, InDesign und Sketch automatisch aktivieren. Per Dropbox oder GoogleDrive besteht außerdem die Möglichkeit, Fonts in der Cloud dem eigenen Team zur Verfügung zu stellen. Der exklusiv für macOS entwickelte Font-Manager unterstützt Dark Mode, Touchbar, farbige SVG-Fonts und mehr.

Eine 15 Tage lang lauffähige Testversion steht auf der Website von RightFont bereit und kann kostenlos verwendet werden. Für die Vollversion wird pro Rechner eine einmalige Gebühr von 35 US-Dollar fällig. Für Teams gibt es Rabatte.

RightFont

FontAgent

FontAgent Schriftenverwaltung
Die Abbildung zeigt die vielfältigen Möglichkeiten der Schriftenverwaltung von FontAgend.

Flexibel in Sachen Lizenzen gestaltet sich FontAgent. Der Font-Manager ist für Mac (Catalina, Mojave und High Sierra) sowie Windows 10 verfügbar. Außerdem wird eine separate Server-Version angeboten. Neben einer Listen- und Tabellenansicht können auch einzelne Zeichen, Tags, Kommentare etc. angezeigt werden. Die Sidebar informiert detailliert über Informationen zur gewählten Schriftart. In der Sidebar lassen sich Fonts in entsprechende Ordner unterteilen.

Die angebotene Testversion kann 30 Tage lang kostenlos verwendet werden. Eine Standard-Lizenz ist für 99 US-Dollar verfügbar.

FontAgent

Typeface 3 – Minimalistischer Font-Manager

Typeface Font-Manager
Der Font-Manager „Typeface“ ist aktuell in der Version 3 verfügbar.

Bei Typeface 3 handelt es sich um einen minimalistisch gehaltenen Font-Manager für macOS. Der Fokus liegt auf der Präsentation der Fonts. Schriften lassen sich zudem per Drag-and-Drop in Gruppen organisieren. Es gibt einen Nachtmodus, die Möglichkeit, Kollektionen als PDF-Datei zu speichern, diverse Filterfunktionen und vieles mehr – in nahezu ablenkungsfreier Darstellung.

Die kostenlose Testversion erfordert mindestens macOS 10.15. Für 42,99 Euro ist die Schriftverwaltung für Mac erhältlich.

Typeface 3

nexusfont

nexusfont Schriftenverwaltung
Schriftenverwaltung mit dem kostenlosen Font-Manager nexusfont für Windows.

nexusfont ist ein kostenloser Font-Manager für Windows. Schriften lassen sich zu Kollektionen hinzufügen und aktivieren bzw. deaktivieren. Außerdem verrät die Übersicht, welche Fonts aktuell im Rechner installiert sind.

Das Pangramm lässt sich, wie auch die Schriftgröße, individuell anpassen. Der Font-Manager kann zudem bei der Suche nach Duplikaten behilflich sein.

nexusfont

MainType

Maintype Fontmanager
Der Fontmanager MainType gibt es für Windows in einer Standard-Version und „Professional Edition“.

MainType wurde für Grafiker und Typografen entwickelt, die mit einem Windows-Rechner arbeiten. Neben der Möglichkeit zur Kategorisierung von Schriften, gibt es eine veränderbare Benutzeroberfläche, komplexe Suchfunktionen, Print-Reports und vieles mehr.

Die Free Edition kann kostenlos heruntergeladen werden und ist auf Windows 10, 8, und 7 lauffähig. Für 49 US-Dollar ist eine Standard-Lizenz verfügbar. Die separat erhältliche „Professional Edition“ verspricht zudem, falsche, fehlende oder doppelte Registereinträge aufzuspüren und mit einem Klick zu bereinigen. Sie ist für 79 US-Dollar erhältlich.

MainType

FontPicker

FontPicker richtet sich an Anwender, die eine einfach gehaltene Schriftverwaltung für Mac oder Windows suchen. Die Funktionen sind aufs Wesentliche reduziert. Für 2,99 Euro (Win) bzw. 3,99 Euro (Mac) bekommt man eine Listenansicht der installierten Schriften geboten, die sich als PDF-Datei exportieren lässt.

FontPicker

Online-Tools zur Schriftenverwaltung

Um sich einen Überblick über die installierten Fonts im Rechner zu verschaffen, muss es nicht immer gleich ein Font-Manager sein. Diese browserbasierten Online-Tools zeigen, welche Schriften aktuell auf dem eigenen Computer aktiviert sind:

WordMark.it möchte dabei helfen, den passenden Font zu finden. Nach einer freien Texteingabe scannt das Tool die im Rechner installierten Fonts und präsentiert diese anschließend auf dem Bildschirm.

Auf der Website font-viewer.com erhält man ebenfalls eine Übersicht über die im Rechner installierten Fonts. Per Klick auf „Device Font Viewer“ werden alle verfügbaren Schriften aufgelistet. flipping typical generiert automatisch eine Übersicht mit installierten Fonts. Zum Ausführen ist bei den zuletzt genannten Tools Flash erforderlich.

  1. Wichtig wären auch noch die Cloud Lösungen »Skyfonts« von Monotype (für größere Einheiten auch als »Monotype Enterprise Font Solution«) und »Adobe Fonts« (früher Typekit) sowie die »Extensis Type Server/Client«, welche wie der »Font Explorer Server« eine zentrale Verwaltung von Fonts für Teams ermöglicht.

  2. Danke für den Link hierher – von anderer Stelle dieses Blogs. Alles was zu kaufen ist, ist gut: monatliche Ratenzahlerrei verachte ich dagegen sehr. Freier Ware allerdings traue ich nicht.

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