Pixelfonts – Ursprung, Einsatz und Zukunft

Mit Pixelfonts, häufig auch Screenfonts genannt, lassen sich Texte teilweise lesbarer und platzsparender darstellen, als es mit üblicher grafischer Schrift auf dem Bildschirm bisher möglich ist. Die Spezialschriften werden bevorzugt ohne „Anti-Aliasing“ eingesetzt.

Das bedeutet, es erfolgt keine Kantenglättung in der entsprechenden Software – die Typo erscheint auf dem Pixel genau platziert. Den Effekt können Sie beispielsweise auch bei den vorhanden Systemschriften Ihres Computers erkennen. Hier wird nach dem gleichen Prinzip verfahren: ohne eine Glättung wirkt die Schrift deutlicher.

Ursprung und Entwicklung

Den Ursprung kann man bei den kleinen Minischriften wohl Ende der 90er Jahre sehen. „Sevenet“, „LipoD“, „Mini“ und „Silkscreen“ gehören mit zu den ersten Typen dieser Gattung und erfreuen sich aufgrund ihrer klaren Darstellung auch heute noch einer großer Beliebtheit. In diesem Zusammenhang sind auf jeden Fall die „Lo-Res“ bzw. die „Coarse Resolution Fonts“ aus dem Hause Emigre zu erwähnen, welche bereits in einer früheren Fassung 1985 auf dem Markt kamen und im letzten Jahr eine Überarbeitung bzw. Ergänzung erfuhren.

Nachdem jetzt seit längerer Zeit etliche Schriften dieses Typs kursieren – sei es in Form von Free Fonts oder durch kommerzielle Anbieter – arbeiten eifrige Entwickler daran, ihren Kreationen eigenen Charakter zu verleihen. Trotz des eigentlich nur begrenzten Raumes wird u.a. versucht, Serifen zu integrieren oder speziellen Stilrichtungen Ausdruck zu verleihen. Auch innerhalb des kleinen Einsatzgebietes besteht zunehmend der Wunsch, sich von der Masse abzuheben, wenn auch dieses Vorhaben aufgrund der Gegebenheiten zunächst recht schwierig erscheinen mag.

Auf den Pixel kommt es an

Pixelfonts eignen sich primär zum Einsatz auf dem Bildschirm. Mögliche Einsatzgebiete sind infolge dessen Navigationselemente, kleinere Schaltflächen, Hinweistexte etc. – kurzum alles, was platzsparend aber dennoch lesbar erscheinen soll. Aber auch der zweckentfremdete Einsatz nimmt in der heutigen Zeit weiter zu: in Printpublikationen wurde schon der eine oder andere absichtlich gepixelte Buchstabe entdeckt. Ob dieses jedoch sinnvoll erscheint oder ästhetischen Ansprüchen gerecht wird, möge jeder für sich selbst entscheiden.

Vermeiden sollten Sie allerdings, längere Texte oder gar ganze Absätze ausschließlich auf dieser Basis zu setzen, da mit sehr kleiner Punktgröße gearbeitet wird. Einige Zeichensätze sind aufgrund des eingeengten Darstellungsbereichs nur mit Versalien ausgestattet. Aufgrund dieses Aspekts ist zwangsläufig eine schlechtere Lesbarkeit bei Mengentexten gegeben. Zudem entsteht leicht der Eindruck, man wolle bewusst Textpassagen verbergen, indem diesen weniger Platz eingeräumt wird als es sonst üblich wäre.

Einsatz in Software

Pixelfonts haben eigentlich feste Größen. Diese liegen in der Regel zwischen 6 und 9 Punkt bzw. Pixel. Testen Sie daher am besten selbst im Rahmen Ihrer Bildbearbeitungssoftware, in welchem Grad die optimale Darstellung erzielt werden kann. Hierbei ist besonders wichtig, dass Sie die „Anti-Aliasing-Funktion“ der Software deaktivieren und somit keine Kanten geglättet werden. Nur so kann die optimale Wirkung erzielt werden. Ein geeignetes Format für den Export der fertigen Grafik erscheint u.a. GIF zu sein, da hier die Dateigröße bei wenigen, vollflächigen Farben in Grenzen gehalten werden kann.

Wenn Sie Pixelfonts auch als eingebettete Zeichensätze innerhalb von Flash verwenden möchten, sollten Sie darauf achten, dass die X- und Y-Position glatte Werte aufweisen – ansonsten stellt sich ein unschöner, leicht verwischter Effekt ein. Bei der Darstellung innerhalb von verschachtelten MovieClips können Werte um 5 im Nachkomma-Bereich teilweise zu besseren Ergebnissen führen. Eine weitere Möglichkeit ist es, bei den „Einstellungen für Veröffentlichungen“ die Qualität entsprechend zu reduzieren und so eine Glättung zu verhindern oder den Text als „Dynamischen Text“ innerhalb von Flash zu deklarieren.

Haben Sie Interesse an dem Einsatz von Pixelfonts bekommen? Wir empfehlen Ihnen dann, einen Blick auf die entsprechende Rubrik hier auf „Designer in Action“ zu werfen. Neben den Downloadmöglichkeiten bietet auch der Webguide einige interessante Adressen zum Ansteuern.

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