Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen seit dem Zeitalter Gutenbergs
Der Begleitband zur Ausstellung im Gutenberg-Museum beleuchtet die Geschichte der Druckerzeichen als Vorläufer moderner Verlagslogos und Marken.

Besaß der Erfinder des Buchdrucks bereits ein visuelles Erscheinungsbild? Während Johannes Gutenberg selbst vermutlich noch ohne Signet auskam, erkannten seine Nachfolger rasch den Wert der Wiedererkennung. Sogenannte Druckerzeichen zierten als individuell gestaltete Wort-Bild-Marken die Titelblätter oder letzten Seiten früher Druckwerke. Der von Hui Luan Tran und Nino Nanobashvili herausgegebene Band widmet sich dieser Bildgattung und zeigt auf, wie Drucker und Verleger sich und ihre Produkte bereits früh in Szene setzten.

Die Publikation erscheint anlässlich der gleichnamigen Sonderausstellung zum 625. Geburtstag Gutenbergs und eröffnet einen Zugang zur Welt des historischen Buchwesens. In verschiedenen Beiträgen werden die Prozesse in der Druckwerkstatt sowie die Arbeitsbedingungen der Drucker und Verleger behandelt. Dabei wird unter anderem deutlich, dass die Druckerzeichen weit mehr waren als bloße Dekoration: Diese dienten zugleich als Qualitätsausweis, religiöses Bekenntnis und Marketinginstrument, um sich in einem wandelnden Markt zu behaupten.
Neben der historischen Einordnung bietet das Buch konkrete Fallstudien, die den Bogen von der frühen Neuzeit bis in die Gegenwart schlagen – beispielsweise durch die Analyse der Entwicklung des Logos des Deutschen Kunstverlages. Die Publikation greift dabei auf teils bislang unbekannte Bestände des Gutenberg-Museums zurück.
Das Buch richtet sich an Gestalterinnen und Gestalter mit Interesse an Designgeschichte sowie an Liebhaber der Buchkunst, die die Wurzeln heutiger Corporate Identity im frühen Buchdruck entdecken möchten. Erschienen ist »Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen seit dem Zeitalter Gutenbergs« im Deutschen Kunstverlag. Das gebundene Buch ist für 48 Euro im Handel oder über das Gutenberg-Museum Mainz erhältlich.










